Chronik

Gründungsjahr 1949

Wie Ihr unserer Chronik entnehmen könnt, wurde im Februar 1949 der LandFrauenverein Rade und Umgebung gegründet. Die Gründung erfolgte in Rade im Gasthaus zur Marschen.  Der Verein bestand aus 6 ordentlichen Mitgliedern. 1. Vorsitzende wurde Frau Elfriede Dettmer (1949 – 1950) und Bertha Wahls 2. Vorsitzende. 1950 wurde Bertha Wahls 1. Vorsitzende und Martha Schöne 2. Vorsitzende. Die Gemeinden Wörpedorf und Worpswede erweiterten zusätzlich den LFV im Landkreis Osterholz-Scharmbeck.

1947 mit dem Bus nach Stade

Ausflug 1947 Landfrauen

 

1951 bestand unsere Verein schon aus 36 Mitglieder. Die 1 Vorsitzende wurde nun Hanna Ilies, die diesen Posten bis 1968 fortführte, 2. Vorsitzende wurde Emmi Erasmi. Der Jahresbeitrag betrug 6,00 DM.

Lt. der Chronik gab es schon jährliche Ausflüge mit dem Bus nach Stade und York (1949) und Hamburg. Es gab Kurse und Vorträge mit praktischen Themen wie Gemüsegarten, Küken Aufzucht, Back- und Kochlehrgänge und Handarbeitskurse. Kurse, wie Reparaturen von Staubsaugern, Obstbaumschnitte und Pannenhilfe wurden auch schon angeboten.

Feste Bestandteile waren schon damals die Weihnachtsfeiern, das Erntedankfest und Teilnahme an den Kreislandfrauentagen.

1953 Fahrt nach Hamburg

1953 Hafenrundfahrt Hamburg

 

1965 kamen die LandFrauen von der  Weserinsel Harriersand  zu uns. Die Weserinsel Harriersand ist bis heute ein lohnendes Ausflugsziel.

Harriersand

Harriersand

1974       25 Jahrfeier mit Ehrung unsere Gründungsmitglieder

1974 25 Jahre LandFrauen

Ehrung Gründungsmitglieder

 

1966 trat Emmi Erasmi als 2. Vorsitzende zurück. Katharine Morisse gerade 33 Jahre alt, wurde ihre Nachfolgerin und hatte unserem Verein bis 1996 vorgestanden. Durch den plötzlichen Tod der 1. Vorsitzenden Frau Hanna Ilies im Nov. 1968. Im Jan. 1969 wurde Katharina Morisse zur 1. Vorsitzenden gewählt. 2. Vorsitzende wurde Elisabeth Schröder bis 1986.

Am 5. Okt. 1990 wurde Katharine Morisse  Kreisvorsitzenden des LK OHZ.
Unsere Aktivitäten wurden immer umfangreicher. Die Jahresfahrten führten u.a. in den Spreewald, Berlin, Rügen u. Hameln.

Chronik 1989   40 Jahrfeier

1989 LandFrauen 40. Bestehen

Ehrungen 1989 LandFrauen

 

Chronik 1994     45 Jahrfeier

45 Jahre LandFrauen Rade und Umgebung

Ehrungen 1994

1996 wurden Margit Mattfeldt zur 1. und Traute Warnke zur 2. Vorsitzenden gewählt. Im Sept. 1996 richteten wir wieder einmal den KreislandFrauentag aus.  Katharina Morisse von uns LandFrauen Rade und Umgebung zu  Ehrenvorsitzenden gewählt.

1996

  1. Vorsitzende:       Margrit Mattfeldt;  2. Vorsitzende: Traute Warnke; Beisitzerin: Anne-Katrin Bullwinkel

1999     50 Jahre Landfrauen Rade und Umgebung

2004

  1. Vorsitzende: Anne-Katrin Bullwinkel;  2. Vorsitzende: Brigitte Lücke;

2013

2. Vorsitzende:   Michaela Wichmann und Ulrike Stührenberg

2017

Kreisvorsitzende:   Anne-Katrin Bullwinkel

2019

Teamvorsitz

Michaela Wichmann, Ulrike Stührenberg, Monika Emmel und Barbara Molnar

Ehrung Ilse Eggers für 70 Jahre Mitglied bei den LandFrauen Rade um Umgebung

Eine Landfrau der ersten Stunde

Ilse Eggers ist seit der Gründung vor 70 Jahren Mitglied im Landfrauenverein Rade und Umgebung

Ilse Eggers

Ilse Eggers 70 Jahre Mitglied im LandFrauenverein Rade und Umgebung

Rade. 70 Jahre alt wird der Landfrauenverein Rade und Umgebung in diesem Jahr, genau so lange ist Ilse Eggers dabei. Das hat vor ihr noch kein anderes Mitglied geschafft. Die heute 86-Jährige erinnert sich, wie alles begann – im Februar 1949, als der Verein im Gasthof der Marschen als erster Landfrauenverein im Landkreis Osterholz aus der Taufe gehoben wurde. „Ich war damals 16 Jahre alt. Meine Mutter nahm mich mit zur Gründungsversammlung in der Klubstube von Fritz Morisse. Ich wurde gar nicht groß gefragt.“

22 Frauen nahmen damals an der Veranstaltung teil. llse Eggers Mutter Martha Schöne, Bertha Wahls, Elfriede Dettmer, Emmi Stegie, Grete Morisse und Hanna Illies legten als erste ordentliche Mitglieder den Grundstein für den neuen Verein. Die 16-jährige Ilse übernahm die Kasse.

Unvergessen ist der heute 86-Jährigen der erste Vortrag bei den Landfrauen Rade und Umgebung. „Eine Frau Rhein von der Landwirtschaftskammer hielt ihn zum Thema Garten. Damals war es noch üblich, die Wege auf den Höfen zu harken. Das sei unnütz, nur was für die Optik, erklärte uns Frau Rhein. Einen so guten Vortrag habe ich nie wieder gehört.“ Die Veranstaltung habe dem Verein damals viele neue Mitglieder beschert, erinnert sich die Seniorin. In jüngeren Jahren nahm Ilse Eggers auch an Versammlungen teil, heute ist der älteren Dame der Weg zu den Treffen zu beschwerlich. Noch immer aber trifft sie sich mit Mitgliedern des Landfrauen-Chors, der seit fast 30 Jahren besteht und dem sie von Beginn angehört.

„Das Singen hat mir immer viel Spaß gemacht.“ Bei Versammlungen und Weihnachtsfeiern der Landfrauen trat sie früher mit dem Chor auf. „Wir haben auch mal auf dem Kreislandfrauentag gesungen.“ Bis auf ihre anfängliche Aufgabe als Kassiererin hat Ilse Eggers in den 70 Jahren ihrer Mitgliedschaft keine Ämter ausgeübt. „Ich hatte auf dem Hof genug Arbeit“, sagt sie.

Auf dem elterlichen Hof am Deich in Rade hat die 86-Jährige fast ihr ganzes Leben verbracht. In ihrem Heimatdorf besuchte sie die Volksschule. „Ich habe immer gerne gelernt.“ Schulstress habe sie nie gekannt. „Ich sag‘ immer gerne: Ich bin ohne jegliche Belastung meines Geistes durch mein ganzes Schulleben gegangen“, erzählt Ilse Eggers und schmunzelt dabei. Während des Krieges habe sie sogar mit ein paar anderen Kindern ein Jahr Unterricht bei einer Privatlehrerin in Blumenthal erhalten. „Mit dem Milchwagen sind wir bis zur Fähre Blumenthal gefahren, saßen dabei auf den Milchkannen. Von der Fähre sind wir zu Fuß ins Zentrum zum Haus der Lehrerin gelaufen, die uns in ihrer Stube unterrichtete. Da haben wir richtig viel gelernt.“

Nach der Schule begann Ilse Eggers eine Ausbildung zur Hauswirtschaftsgehilfin. Nach einem Lehrjahr auf einem Hof in Kattenesch besuchte sie 1953 die Mädchenabteilung der neuen Landwirtschaftsschule in Osterholz-Scharmbeck. „Wir waren damals der erste Jahrgang“. Ein weiteres Praxisjahr absolvierte die junge Frau auf einem Lehrhof in Holtensen. „Die Stelle hatte ich mir selber gesucht. Meine Chefin war Hannelore Reinecke, die spätere Vorsitzende des Niedersächischen Landfrauenverbandes“, erzählt sie.

Auf dem Hof lernte sie auch ihren Mann Manfred Eggers kennen. 1956 heirateten die beiden, in den Jahren darauf kamen ein Sohn und zwei Töchter zur Welt. Die junge Familie wohnte in Rade zunächst im Haus von Ilse Eggers Eltern, Tür an Tür mit Pferden und Kühen. Später bezogen sie auf dem Hofgrundstück ein eigenes Domizil in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude, das sie als Wohnhaus um- und ausbauten. Für die Landfrau gab es immer viel zu tun. 34 Hektar Land mit Getreide und Rüben waren zu bewirtschaften, 20 bis 25 Kühe sowie Schweine zu versorgen. Die Tage waren ausgefüllt mit Melken, Rübenhacken und Heuernte. Anfangs wurde noch von Hand gemolken. „Die Melkmaschine war später eine große Erleichterung.“ Schwerstarbeit sei die Arbeit auf dem Heuboden gewesen, erzählt Ilse Eggers. „Bei 40 oder 50 Grad Hitze unter dem Dach musste ich das Heu verteilen und festmachen.“ Froh sei sie deshalb gewesen, als später ein Teil des Heus als Grassilage verwendet wurde und nicht mehr auf dem Boden landete. „Ein paar Sauen hielt ich auch. Ich habe Ferkel bis zum Abwinken verkauft.“ Als Ilse Eggers Jahre später alleine mit dem Hof da stand und ihr Sohn noch zu jung für die Übernahme war, verkaufte sie die Kühe und verpachtete die landwirtschaftlichen Flächen. Einen Teil bewirtschaftet heute ihr Sohn wieder im Nebenerwerb.

Bei all der Arbeit blieb der Landfrau in den Jahren kaum Zeit für Urlaub. Ein Mal habe sie ihre Schwiegereltern in Dresden besucht, ein Mal ihre Schwester in Kanada, erzählt die Seniorin. Immer wieder gerne sei sie zu Veranstaltungen in der evangelischen Akademie Loccum gefahren. lse Eggers ackert noch in ihrem Gemüsegarten, wo sie Kartoffeln, Wurzeln und Bohnen angebaut hat. Und sie kümmert sich um ihre 80 Rosen. „An meinen Garten hänge ich sehr.“

„Das Singen hat mir immer viel Spaß gemacht.“

Ilse Eggers

Quelle: Ausgabe DIE NORDDEUTSCHE Sonnabend, 09.März 2019